Aktuelles August

DANKE!!! - oder: In Zinneberg endet das Jahr Ende Juli!

Es gibt das Kalenderjahr, das Kirchenjahr, das Lebensjahr und das Schuljahr, in Zinneberg genauer gesagt: das Jugendhilfejahr! Es endet mit dem letzten Schultag und beginnt mit dem ersten Ferientag, je nach Bereich auf Schloss Zinneberg. Am Ende eines Jugendhilfejahres, das als solches in keinem Kalender steht, ist es zu einem schönen Brauch auf Schloss Zinneberg geworden, alle Jugendlichen offiziell zu verabschieden, die eine Jugendhilfemaßnahme abschließen. Insgesamt wurden am 30. Juli 10 Jugendliche aus der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung im Rahmen einer Feier im Schlosspark verabschiedet. Überreicht wurden jedem Jugendlichen eine Urkunde und ein kleiner persönlicher Schutzengel. Einen Schlusspunkt setzen heißt auch zurück blicken auf ein ereignisreiches Jugendhilfejahr und DANKE zu sagen.



Herzlichen Glückwunsch allen Jugendlichen, die bereit waren, sich auf die "Reise zur eigenen Persönlichkeit" einzulassen und DANKE allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die diese Weg mit so viel Engagement begleiteten ...egal in welchem Bereich auf Schloss Zinneberg!

Einiges aus den einzelnen Bereichen auf Schloss Zinneberg, "verfeinert" mit unterschiedlichen Final-Bildern im Monat Juli (Schulfeiern, Einweihung der neuen Wohngruppe, Fußballturnier, Verabschiedung aus der Jugendhilfe):

Fangen wir an mit unserer Haupt- und Berufsschule: Ein bewegtes Jahr ist zu Ende gegangen mit dem 1. August. Der Alltag mit seinem festen Stundenplan war wieder kein starres Korsett, sondern bot den 115 Schülerinnen und Schülern neben Wissens- und Kompetenzvermittlung ein breites Feld, die Persönlichkeit zu bilden, eigene Stärken zu entdecken und berufliche Perspektiven zu entwickeln. Mittlerweile gehört der Socialparcours zum festen Repertoir der Zinneberger Haupt- und Berufsschule. Anhand von Aufgaben, die gemeinsam an verschiedenen Niedrig- und Hochseilelementen durchgeführt werden müssen, sollen Teamfähigkeit, Konfliktbewältigung, Kooperationsbereitschaft gestärkt werden. Diese Trainingseinheiten durchliefen alle Haupt- und Berufschüler. Das gleiche gilt für Aktions- und Projekttage zur Suchtprävention. Das Coolnesstraining für Jungen und die Mädchengruppe, in deren Rahmen zu bestimmten Themen wöchentlich gearbeitet wird (z.B. wie gehe ich mit Aggressionen um, wie kann ich selbstsicherer werden usw.), Einkehrtage und Lernwoche unserer Lehrlinge, Streitschlichterprogramm, Chorprojekte, Förderunterricht waren Teile im Zinneberger Schulalltag. Als ein Volltreffer für Jugendliche auf dem Weg zur Berufssfindung erwies sich das neue BVJ Bäckereifach, Gartenbau. Die Zinneberger Bäckerei wurde im Zuge dessen wieder ins Leben gerufen, Gartenbauprojekte im Gelände durchgeführt und ein Pausenverkauf neu installiert. Ab kommenden Schuljahr wird dieser im neuen Pausenverkaufsraum der Berufsschule stattfinden. Einmalig ist die neue Berufsschule geworden, die mit vergangenem Schuljahr in Bertrieb genommen wurde. Wer kann schon in der ehemaligen Brauerei der Kurfürstin Leopoldine unterrichtet werden!? Ein Blickfang ist besonders der neue Wintergarten geworden. Er dient für Klassen- und Gruppengespräche und das schöne Ambiente gibt einen stilvollen Rahmen vor. Das Schuljahr verabschiedete sich noch mit einer gelungenen Überraschung: Schloss Zinneberg wird im neuen Schuljahr einen Jugendsozialarbeiter als sein "eigen" nennen dürfen. Die Regierung von Oberbayern hat die Genehmigung für unsere Haupt- und Berufsschule erteilt und damit kann neben dem Bildungsanspruch nochmals verstärkt ein Augenmerk auf den sozialen Bereich gelegt werden. Vor der Zielgeraden, d.h. zum Ende des Schuljahres erhielt unsere bisherige Ganztagesbetreuung für externe HauptschülerInnen auch noch den Status einer so genannten Offenen Ganztagesschule. Schule wird hier nicht "einfach fortgeführt", sondern der Nachmittag wird inhaltlich sinnvoll gestaltet und in eine gute Struktur "verpackt". Neben gemeinsamen Mittagessen, das regelmäßig auch selbst von den Kindern unter Anleitung zubereitet werden soll und intensiver Schulunterstützung wird Wert gelegt auf außerschulischen Bildungsangeboten in unterschiedlichen Bereichen.

In diesem Rahmen kann bei weitem nicht alles an Aktionen das Schuljahr hindurch aufgezählt werden - aber eines steht fest: die Zinneberger Schule ist mehr als Schule oder vielmehr das, was Schule sein soll - eine Erfahrung von Leben, das den Menschen als Ganzes sieht und als Ganzes fordert. Doch was wäre eine Schule ohne ihre Lehrkräfte. Und auch hier lässt sich behaupten: das Zinneberger Lehrerkollegium ist mehr als ein Lehrerkollegium oder es ist vielmehr das, was ein Kollegium sein soll - ein Arbeitsteam, das sich nicht hinter einem Stundenplan "versteckt", sondern den einzelnen Schüler sieht, ihn individuell fördert, sagenhaft engagiert und kreativ ist, wo jeder einzelne viel Verständnis und noch mehr Geduld hat und sich getragen weiß von Kollegen, die sich Mut machen, engagieren, Ideen austauschen und entwickeln, vor denen man auch "laut denken" und Mensch sein darf. DANKE!!!!!









Stationärer Bereich:

Das Heilpädagogische Heim hat durchgängig geöffnet, 24 Stunden an 365 Tagen. Ferien gibt es in diesem Sinne nicht bei Wohngruppen, auch wenn es unterschiedliche Freizeit- und Ferienaktionen auch wieder im vergangenen Jahr gab und gleich auch wieder mit Beginn der Sommerferien gibt. Langweilig wird es den Kolleginnen in den Gruppen nie. Dafür sorgen die über 30 Mädchen und junge Frauen, die zu fast zu jeder Tagzeit (auch mitunter Nachtzeit) mit ihren Problemen, Anliegen, Sorgen, Nöten, Freuden, größeren und kleineren Weh-Wehchen zu den Betreuerinnen kommen können. Wenn es all das mal gerade nicht gibt, dann heißt es Gruppenkonferenzen planen, Wochenpläne erarbeiten, Erziehungspläne entwerfen, Elternbesuche machen, unzählige Telefonte führen, mit Ämtern und Behörden, Termine vereinbaren, unterstützen, Großputz machen, Dokumentieren, an Konferenzen und Arbeitskreisen teilnehmen, Aufnahmegespärche führen usw. usw. Auch für diesen Bereich gilt: auch wenn eine gesamte Homepage mit Ereignissen aus dem Heim zusammen gestellt werden sollte, die könnte den Alltag letztlich nicht einfangen. Über das vergangene Jahr können sich die Kolleginnen den Werbeslogan eines Elektrounternehmens über ihre Arbeit schreiben: Wir leiten ein kleines, dynamisches Familienunternehmen! Und es darf ergänzt werden: Mit der besondren Prädikats-Marke Standhaftigkeit, Geduld, Kreativität, Mut, Humor und unendlich viel Hoffnung in das Leben. DANKE!!!









Beruflicher und vorberuflicher Bereich:

Mit einem leichten Schlag auf den Rücken als Symbol der Freisprechung nach der Lehrzeit und einer herzlichen Umarmung von den Ausbildern, wurden im Rahmen der allgemeinen Jugendhilfeverabschiedung zwei Lehrlinge als Gesellinnen in die Arbeitswelt entlassen und das bereits mit Arbeitsvertrag in der Tasche für den künftigen Einsatzort. Das neue Ausbildungsteam auf Schloss Zinneberg legt trotz individueller Begleitung jedes einzelnen Lehrlings und jedes Praktikanten aus den anderen beruflichen Bereichen großen Wert auf realistische Arbeitsbedingungen. Neu wurde im vergangenen Jahr eingeführt, dass Lehrlinge im Rahmen ihrer Ausbildung Zertifikate in einzelnen Schwerpunkten erwerben können, wenn sie sich einer besonderen praktischen und theoretischen Prüfung unterziehen (z.B. Anrichten von Kalten Platten, Zubereiten von Soßen etc.). Weitere Zusatzzertifikate können durch den regelmäßigen Einsatz im Gästebereich von Schloss Zinneberg erworben werden. Am Ende des Lehrjahres wurden Probe-Prüfungen durchgeführt und nach strengen Kriterien bewertet, um dem Lehrling seinen Leistungsstand zu spiegeln. Besonders erfreulich war auch im vergangenen Jahr wieder die Durchführung des Leonardo-Programmes der Europäischen Union. Insgesamt 6 Lehrlinge nahmen an dreiwöchigen praktischen Einsätzen in Salzburg, Rom und Angers/Frankreich teil. Über den Einsatz wurde ein Europapass verliehen. Zwei Lehrlinge hatten die Ehre, diesen von Kultusminister Schneider im Rahmen einer EU-Feier in Nürnberg im April dieses Jahres verliehen zu bekommen. Unsere Ausbilder und pädagogischen Fachdienste in diesen Bereichen können sich auch in diesem Jugendhilfejahr wieder selbst "frei sprechen" für ihren Sach- und Fachverstand, den sie gewürzt mit Geduld, abgeschmeckt mit Humor und verfeinert mit sehr viel Einfühlungsvermögen in die Situation unserer Jugendlichen an die junge Frau/ an den jungen Mann bringen konnten. DANKE!!!









Ambulanter Bereich:

Die Flexiblen Hilfen, die Soziale Gruppe am Förderzentrum in Poing und die Jugendsozialarbeit an Schulen im Sonderpädagogischen Förderzentrum Poing konnten insgesamt bis zu 100 Kindern und Jugendlichen Hilfe anbieten im letzten Jugendhilfejahr. Elterngespräche, Elterntrainings, Einzelgespräche, Krisenintervention, Perspektiven überlegen, Spielen, Lernunterstützung, Lehrergespräche Feiern usw. und so fort. "Ambulant" klingt leicht nach "im Vorbeigehen", jedoch erwiesen sich diese Hilfsangebote für die jungen Menschen wie immer als in die Tiefe gehend, fördernd, Weg weisend und stärkend, dem Leben neue, sinnvolle Seiten abzugewinnen. Flexibel mussten sie sein unsere Kolleginnen und Kollegen und sich schnell und dennoch mit großer Umsicht auf immer neue Situationen einstellen. Ein Fitness der außergewöhnlichen Art, das hier wieder souverän geleistet wurde. DANKE!!!









Teilstationärer Bereich

Die Heilpädagogische Tagesstätte tauchte im wahrsten Sinne des Wortes im vergangenen Jahr ab. Ein gesponserter Tauchkurs von den Chiemsee-Divers machte es möglich, die eigenen Möglichkeiten auf außergewöhnliche Weise kennen zu lernen. Die scheinbar spielerische Freizeitaktivität war wie viele andere freizeitpädagogische Maßnahmen in der HPT ein Lernort, sich als Persönlichkeit mit Stärken und Grenzen wahrzunehmen, mit anderen in Austausch zu kommen, Verantwortung und Zuverlässigkeit zu erproben. Der Ablauf der Tagesstätte konzentrierte sich wie immer darauf, den Kindern und Jugendlichen klare Orientierung durch sinnvolle Strukturierung des Alltags vorzugeben, kombiniert mit therapeutischen Angeboten und intensiver Eltern- und Umfeldarbeit. Klare Sache! - denn es geht um Menschen, die in ihr Leben viel Klarheit bringen sollen. Die Kolleginnen und Kollegen bringen diese Klarheit über und boten damit auch wieder Orientierungswerte, an denen junge Menschen wachsen können. DANKE!!!










Unterstützende Bereiche

Der Name sagt es: sie unterstützen und ohne sie wäre pädagogisches Arbeiten nicht möglich. Unsere Verwaltung, unsere Haustechnik, unsere Großküche, der Garten, unsere Hauswirtschaft - sie alle trugen auch im vergangenen Jahr durch ihrer Hände Arbeit, durch ihre "Kopf-Arbeit", durch ihre Bereitschaft, ihren ganzen Einsatz dazu bei, dass Zinneberg "läuft".
Was würde ein Konzept für eine neue Maßnahme bringen, wenn es nicht KollegInnen gäbe, die die richtigen Anträge stellen, sich um Spenden bemühen, Ämter von der Maßnahme überzeugen, Baupläne abstimmen, Zimmer einrichten, "Schlepp-Arbeiten" bereitwillig übernehmen, wenn es an das Einrichten geht, putzen, für gute, ausgewogenes Essen sorgen, für schönes Ambiente sorgen, Zimmer einräumen usw. Diese Bereiche halten ganz Zinneberg zusammen. Und Zusammenhalten ist bei uns auf
Schloss Zinneberg generell gefragt. DANKE!!!










Klosterladen, Kultur- und Gästebereich

So ganz anders wie die Kinder- und Jugendhilfe sind diese Bereiche...scheinbar; denn sie laufen unter dem Motto: "Gutes kaufen, Gutes tun!" Klosterladen und Kultur- und Gästebereich haben keinen Selbstzweck, sondern dienen unserer sozialen Arbeit. Die vielen zufriedenen Kunden in unserem Klosterladen, die Präsenz des Ladens auf dem Grünwalder Bauernmarkt und bei Veranstaltungen der Herrmannsdorfer Landwerkstätten, die zahlreichen kulturellen Veranstaltungen im letzten Jahr angefangen von verschiedenen Benefizkonzerten, dem Zinneberger Adventsmarkt, dem Osterbrunnen im Schlosspark, bis hin zum Graf Arco Markt zeigen nicht nur die Vielfältigkeit von Schloss Zinneberg, sondern auch den Ideenreichtum der Kolleginnen und Kollegen, Schloss Zinneberg "in die Öffentlichkeit" zu tragen und auf diese Art und Weise auf unser soziales Engagement hinzuweisen. Diese Bereiche waren übrigens wieder wertvolle Praktikumsmöglichkeiten für unsere Jugendlichen. Diese KollegInnen haben alle das Herz auf dem richtigen Fleck, sind Sozial-Arbeiter auf andere Art und haben ihre Sache wieder großartig gemeistert. DANKE!!!....und uns allen auf Schloss Zinneberg



für das vergangene Jugendhilfejahr und viel Kraft und Segen für das Kommende!

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