"Wieso
die Ordensgründerin der Schwestern vom Guten Hirten sich einen Renault
kaufen würde!" oder: Leitbildschulung in Frankreich
Diese und ähnliche Fragen behandelte die 9 tägige Leitbildschulung in Angers/Frankreich,
an der 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus ganz Deutschland
teilnahmen. Wieder sollte MitarbeiterInnen aus Einrichtungen der
Schwestern vom Guten Hirten die Möglichkeit gegeben werden, im
Mutterhaus , also der "Wiege" des Trägers, sich mit den 8 Zielen des
Leitbildes auseinander zu setzen. 12 KollegInnen aus Zinneberg nahmen
daran teil. Auf vielfältige Art und Weise - vom täglichen
"Stehempfang", der in die Thematik des Tages einführte, über
Kleingruppenarbeit, Einzelarbeit, kreative Aktionen, bis hin zum
Höhepunkt, den Gut-Hirten-Psalm im Rahmen eines Festes konkret
erfahrbar zu machen - sollte das Leitbild griffig werden.
Ein absolutes Highligt war die Fahrt zur Atlantikinsel Noirmoutier,
dem Geburtsort von M. Eufrasia Pelletier. Dieser Ort ließ auch im
November Urlaubsstimmung aufkommen und das hatte auch in dieser
intensiven Arbeitswoche seinen Platz. Wie überhaupt "Hochfestcharakter"
in dieser gesamten Wochen unter den TeilnehmerInnen zu spüren war. Der "Gang durch das Meer",
d.h. über die befestigte Straße von der Insel zum Festland, nur bei
Ebbe möglich, ist immer wieder ein Erlebnis. Er zeigt eines symbolhaft
auf: Leitbilder dürfen kein Inseldasein haben, sie
müssen immer wieder auf das "Festland", d.h. in den Alltag übertragen
werden. Das kann nur gelingen, wenn da Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
sind, die egal an welchem Platz sie in einer Einrichtung der Schwestern
vom Guten Hirten tätig sind, sich von einem ergreifen lassen: dem Gedanken der Leidenschaftlickeit
zu unserer Arbeit. Job-Mentalität, hierarchisches Denken, das einem
Berufsfeld mehr Bedeutung zumisst als einem anderen, aber auch
mangelnde Fachlichkeit und fehlende Bereitschaft zur Weiterentwicklung
sind fehl am Platz, müssen einem "Guten Hirten/ einer Guten Hirtin"
fremd sein.
Die Ordensgründerin, Sr. M. Eufrasia Pelletier,
war leidenschaftlich von der Unternehmensphilosophie überzeugt,
Kindern, Jugendlichen, Frauen ihre einzigartige Würde und
Einzigartigkeit bewusst zu machen. Dabei forderte sie Orientierung an
der Ganzheitlichkeit des Menschen, strukturierte Vorgehensweise,
Verantwortungsbereitschaft jedes/jeder Einzelnen, sich an Zeit und
Situation zu orientieren und vor allem in unseren Einrichtungen eine
Atmosphäre der Offenheit, Wertschätzung und Freude zu erhalten. Gerade
das Prinzip der Dienstgemeinschaft war für sie leitend, so wenn sie sagt: "Egal
an welchem Platz ihr arbeitet - ob ihr unterrichtet, kocht, bügelt oder
betet - ihr alle arbeitet mit am Heil des Menschen!"
Warum sie nun Renault kaufen würde? Es gibt da eine Werbung, die zu Beginn der Leitbildschulung gezeigt wurde. Drei Automarken werden "verschlüsselt" gezeigt und so auch Renault - dargestellt durch ein Liebespaar, das sich völlig verliebt um den Hals fällt und leidenschaftlich küsst, im Gegensatz zu zwei Sumo-Ringer, die beim Kampf sich den Kopf stoßen, zwei Schuhplattler, die sich beim Tanz aus Versehen verklopfen, zwei Schwedenmädchen, die sich beim Bändertanz fast umrennen. Renault scheint zu wissen, worauf es ankommt - eben auf die Leidenschaft. Maria Eufrasia Pelletier wusste es und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch!!!!

ob auf der Insel Noirmoutier beim Gang durch das Meer, beim "Abend der Begegnung" in der Abtei St. Nicola auf dem Mutterhausgelände in Angers ..oder einfach so im Alltag!

