Schloss-Gedanken

Anlässlich des Jubiläumsjahres - wieder Zitate der Ordensgründerin, Maria Eufrasia Pelletier (1796 - 1868) und Gedanken von Kolleginnen und Kollegen

Für den Monat Juni hat sich unsere Kollegin Conny Anderson Gedanken gemacht zu dem Zitat:

„Um schwimmen zu lernen, muss man ins Wasser springen; Trockenübungen helfen nicht. Fürchtet euch nicht vor Schwierigkeiten!“

 

Über den Bereich der Kinder- und Jugendhilfe gibt es unzählige Literatur. Ratgeber, Lehrbücher, Bücher mit wunderbar erklärten Methoden und Ideen… Während unserer Ausbildung wird diskutiert, erörtert, analysiert, Ratschläge werden gegeben, Rollenspiele und theoretische Fallbeispiele muster­gültig gelöst.

Dann kommt der Tag, an dem man in die Berufswelt entlassen wird. Was dann folgt, ist das, was einer meiner Dozenten als „Praxis-Schock“ bezeichnete. Oder (um es mit den Worten Maria Eufrasias zu sagen) der Sprung ins (kalte) Wasser.

Manchmal gehört auch zum Schwimmen-Lernen das Verschlucken von Wasser dazu, vielleicht auch das Gefühl, dass man alles, was man einmal so engagiert gelernt hat, eigentlich gar nicht richtig anwenden kann. Eben weil unsere Jugendlichen irgendwie so gar nicht so reagieren, wie wir uns das in dem großartigen Rollenspiel damals so vorgestellt hatten.

Und hier liegt der sprichwörtliche „Hund begraben“: In unserem Arbeitsfeld sind wir Improvisations­künstler/-innen. Jeder Tag bringt etwas Neues, jede und jeder Jugendliche ist etwas Besonderes, mit eigenen Bedürfnissen, eigenen Vorstellungen, eigenen Wünschen. Auf diese individuellen Bedürfnisse versuchen wir jeden Tag einzugehen. Und gerade das macht diese Arbeit so spannend! Man bleibt flexibel, aktiv und spontan. Sie stellt gewissermaßen etwas wie eine Art „Jungbrunnen“ dar – und wer möchte denn nicht einmal in einen Jungbrunnen springen?! Dafür brauchen wir eben nicht nur die theoretische Werkzeug­kiste, sondern auch die Erfahrung unserer Kolleginnen und Kollegen, die Unterstützung unserer Kolleginnen und Kollegen aus Verwaltung, Hauswirtschaft, Haustechnik, Großküche, Garten, Fahrdienst und und und… all dies führt dazu, dass wir uns, obwohl wir uns manchmal ganz schön abstrampeln, doch immer wissen, dass jemand am Beckenrand steht, um uns einen Rettungsring zuzuwerfen oder sogar selbst ins Wasser springt, um uns zu helfen.

Und je mehr wir uns auf das Praxis-Abenteuer einlassen, je länger und je öfter wir ins Wasser springen und unsere Bahnen ziehen, desto sicherer werden wir auf unserer Reise im Jugendhilfe-Meer. Und wer weiß? Vielleicht bekommen wir ja dann auch bald unser erstes Schwimm-Abzeichen.

 

Das hat doch auch einen gewissen M.E.hrwert, oder?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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